Bitterer Dämpfer im Saisonfinale: Paladins unterliegen Remscheid mit 23:28 und steigen aus der Regionalliga ab

17.9.2026
Bitterer Dämpfer im Saisonfinale: Paladins unterliegen Remscheid mit 23:28 und steigen aus der Regionalliga ab

Solingen. Große Enttäuschung im Walder Stadion: Im entscheidenden Derby verpassten die Solingen Paladins den Klassenerhalt aus eigener Kraft. Vor 800 Zuschauern gaben die Klingenstädter im vierten Viertel eine Führung aus der Hand und unterlagen dem Remscheid Amboss mit 23:28. Da am Sonntagnachmittag auch die erhoffte Schützenhilfe aus Troisdorf ausblieb – die Jets schlugen die Cologne Crocodiles knapp mit 34:33 –, rutschten die Paladins aufgrund des verlorenen direkten Vergleichs auf den sechsten Tabellenplatz ab.

Verheißungsvoller Auftakt im Walder Stadion

Dabei erwischte das Team von Headcoach Alexander Thomas den besseren Start in die Partie. Kicker Anton Lange brachte die Hausherren per Field Goal mit 3:0 in Führung, ehe Omunique Wilkerson mit dem ersten Touchdown des Tages auf 9:0 ausbaute. Remscheid zeigte sich jedoch unbeeindruckt: Runningback Antonio Bass verkürzte durch einen starken Lauf auf 7:9 (inklusive Zusatzpunkt).

Eigene Fehler bremsen Solinger Offensive

In der Folge machten sich die Paladins das Leben durch eigene Unkonzentriertheiten selbst schwer. „Wir spielen unsere Angriffe nicht sauber zu Ende“, analysierte Vorstandsmitglied Markus Jantke die Phasen fehlender Präzision. Geblockte Versuche nach Touchdowns sowie immer wieder Raumverluste durch unnötige Strafen brachten Remscheid zurück ins Spiel. Für ein Highlight sorgte Quarterback Kai Rosin, der mit einem präzisen Pass Receiver Geoffrey Green bediente. Green erhöhte auf 15:7, ehe Anton Lange per Kick den 16:7-Zwischenstand markierte.

Drama um Myles Bailey und späte Wende

Nachdem Remscheid über sein starkes Laufspiel wieder auf 16:14 verkürzen konnte, stellte Solingens Runningback Myles Bailey mit seinem Touchdown auf 23:14. Die Szene wurde jedoch zum Wendepunkt: Wenig später musste der US-Amerikaner nach einer vielversprechenden Offensiv-Aktion verletzungsbedingt vom Feld.

In einem von vielen Unterbrechungen und großer Härte geprägten Schlussviertel behielten die Gäste am Ende die Oberhand. Nach dem Anschlusstreffer nutzte der erneut überragend spielende Antonio Bass eine Abstimmungslücke in der Solinger Hintermannschaft und fing einen langen Pass unbedrängt zum 28:23-Endstand für den Amboss.

Abstieg steht fest – Blick richtet sich auf 2027

Durch das Ergebnis zog Remscheid im direkten Vergleich an den Solingern vorbei, und auch Troisdorf schob sich am Sonntag noch an den Klingenstädtern vorbei auf Rang fünf.

„Wir sind alle völlig leer. Unser Ziel war ganz klar ein Heimsieg und damit die endgültige Rettung“, fasste Pressesprecher Jens Merten die Stimmung unmittelbar nach dem Spiel zusammen.

Inzwischen herrscht Gewissheit: Die Solingen Paladins beenden die Spielzeit auf dem sechsten Tabellenplatz und steigen damit aus der Regionalliga NRW ab.

Für Präsident Ingo Hübner Silva ist dieses Ergebnis nur schwer zu akzeptieren: „Natürlich bin ich mit dieser Situation alles andere als zufrieden. Ich bin davon überzeugt, dass wir sportlich nicht dort hingehören, wo wir in der kommenden Saison antreten müssen. Auch die Ligaeinteilung und die daraus resultierenden Entscheidungen waren aus meiner Sicht nicht für alle Vereine eine gute Lösung. Am Ende hat es nun uns getroffen. Aber wir müssen genauso selbstkritisch sein: Dass wir auf Platz sechs gelandet sind, haben wir uns auch selbst zuzuschreiben. Es ist schon paradox, dass wir in dieser Saison einige der Topteams der Liga schlagen konnten, gleichzeitig aber genau in den Spielen Punkte liegen gelassen haben, die für unsere Platzierung entscheidend waren.“

Den Blick richtet Hübner Silva deshalb bereits konsequent nach vorne: „Wir werden jetzt nicht lange zurückschauen oder Ausreden suchen. Wir arbeiten bereits massiv an unserem Comeback 2027. Die ersten Entwicklungen und Gespräche laufen, und ich habe ein sehr gutes Gefühl bei dem Weg, den wir gerade einschlagen. Unser Anspruch ist klar: Wir wollen aus dieser Situation lernen, uns in den entscheidenden Bereichen weiterentwickeln und stärker zurückkommen. Dafür werden wir in den kommenden Monaten sehr viel investieren.“

Für die Paladins beginnt damit unmittelbar nach dem bitteren Saisonende die Vorbereitung auf das Jahr 2027. Personelle, sportliche und strukturelle Weichen werden bereits gestellt. Der Abstieg soll dabei nicht das Ende einer Entwicklung markieren, sondern Ausgangspunkt für einen Neustart sein.

Über die nächsten Schritte auf dem Weg in die Saison 2027 werden die Solingen Paladins ihre Mitglieder, Partner, Fans und Freunde in den kommenden Wochen auf dem Laufenden halten.

Foto: Marc Junge - majunsports