Comeback an Sensation vorbei
Die Solingen Paladins gastierten am vergangenen Wochenende beim ungeschlagenen Ligaprimus, den Münster Phoenix. In einer Partie, die an Dramatik kaum zu überbieten war, unterlagen die Klingenstädter letztlich denkbar knapp mit 42:50, bewiesen aber insbesondere im letzten Quarter große Moral.
Schlagabtausch in der ersten Halbzeit
Das Spiel begann mit maximalem Tempo. Münster setzte direkt ein Ausrufezeichen und ging durch einen schnellen Lauf mit 0:7 in Führung. Doch die Paladins zeigten sich unbeeindruckt: Nach einem sehenswerten Catch von Thilo Lindenberg war es Runningback Myles Bailey, der den Ball zum 6:7 in die Endzone trug. Mats Aue sorgte mit einem schönen Catch per Conversion für die zwischenzeitliche 8:7-Führung.
Die Phoenix-Offensive antwortete jedoch prompt über ihren starken US-Quarterback, der mit zwei Läufen den Spielstand auf 8:21 schraubte. Während Justin Herr in dieser Phase immer wieder durch starke Defensiv-Aktionen glänzte und Schlimmeres verhinderte, setzte Myles Bailey das nächste Highlight: Ein spektakulärer 60-Yard-Lauf brachte Solingen wieder auf 14:21 heran. Vor der Pause erhöhten die Gastgeber auf 14:28, doch die Paladins schlugen noch einmal zurück: QB Kai Rosin bediente Omunique „Big O“ Wilkerson, der den Anschluss zum 20:28 herstellte.
Aufholjagd bis zur letzten Sekunde
Nach dem Seitenwechsel dominierten die Paladins zunächst mit einem exzellenten Mix aus Pass- und Laufspiel. Myles Bailey verkürzte per kurzem Lauf auf 26:28. Doch dann schien die Partie zu Gunsten von Münster zu kippen. Drei schnelle Touchdowns der Hausherren sorgten für einen massiven Rückstand von 26:50.
Wer glaubte, das Spiel sei gelaufen, kannte den Kampfgeist der Solinger nicht:
Justin Wambach, der zuvor schon mit guten Runs überzeugt hatte, tankte sich zum 32:50 durch. „Big O“ verkürzte per Conversion auf 34:50. Der anschließende Onside-Kick wurde von Solingen recovered und die rund 100 mitgereisten Fans verwandelten die Tribüne in ein Tollhaus. Kai Rosin bediente im Anschluss WR Marius Ohrem für einen weiteren Touchdown zum 40:50. Erneut war es Wilkerson, der die Conversion zum 42:50 verwandelte.
Fazit: Stolz trotz Niederlage
In den Schlusssekunden fehlte lediglich ein einziger Score zum Ausgleich. Die Paladins waren kurz davor, den 24-Punkte-Rückstand komplett zu egalisieren. Ingo Hübner Silva, Vorsitzender der Paladins, fasst seine Emotionen zusammen: „Auch wenn es am Ende nicht ganz für die Sensation gegen den Tabellenführer reichte, hat das Team wieder ein deutliches Signal an die Konkurrenz gesendet: Diese Mannschaft spielt mit unglaublich viel Herz und kämpft bis zur letzten Sekunde.“
“Das war schon ein Spektakel. Wir wussten, dass uns ein heißer Tanz erwarten würde, 92 Punkte sieht man nicht alle Tage. Leider hat es am Ende nicht für uns gereicht, aber das ist kein Grund den Kopf hängen zu lassen. Wir müssen nun an den Schwachstellen, die Münster aufgezeigt hat, arbeiten, um in zwei Wochen gegen Paderborn erfolgreich zu sein“, so Headcoach Alexander Thomas nach dem Spiel.
Foto: Marc Junge
